Schulhündin Malou verbessert die Lernatmosphäre und das Sozialverhaltens der Kinder

Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen. Haustiere können durch bloße Anwesenheit das Wohlbefinden der Menschen steigern, da sie ihm eine unvoreingenommene Zuwendung schenken. So kann die Lernatmosphäre schon durch Anwesenheit eines Schulhundes positiv gesteigert werden. Eine ganzheitliche Entwicklungsförderung wird durch die tiergestützte Pädagogik noch intensiviert.

 

 

Malou stellt sich vor

Malou ist eine reinrassige Pudelhündin und wurde im März 2020 geboren. Seit Juni 2020 lebt Malou bei der Familie Kratz-Maurer und begleitet Herrn Kratz-Maurer seit August 2020 regelmäßig in die Schule.

Zunächst verbrachte sie viel  Zeit im Schulleiterbüro und wurde dann zu geeigneten und gut geplanten Zeitpunkten den Kindern nach und nach vorgestellt. In individuellen Pausen und während der Förderstunden in Kleingruppen lernte Malou ihr „Schul-Rudel“ nach und nach kennen.

 

Förderung des Kommunikationsverhaltens

Der Umgang mit Malou eröffnet für Kinder einen Schonraum, in dem diese ihre Zuneigung zu einem Gegenüber zeigen können, das diese ohne Rücksicht auf Herkunft und Intelligenz annimmt. Durch eine unvoreingenommene und wertfreie Begegnung stärkt der Hund die Persönlichkeitsstruktur der Kinder und fördert ihr Selbstbewusstsein. Als Schulhund kann Malou den Kindern helfen, Ängste abzubauen und sie bietet die Möglichkeit emotionale und soziale Kompetenzen zu erweitern. Vielen schüchternen Kindern fällt es leichter, Kontakt zum Hund aufzunehmen als zu anderen Personen.

Zudem sind die Kinder motiviert und stolz, dem Hund ihre Arbeitsergebnisse präsentieren zu können. Das steigert sich die Konzentrationsfähigkeit der Kinder und verbessert die Lernatmosphäre.

 

Förderung der Lernatmosphäre

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Hunde die Atmosphäre im Klassenzimmer positiv beeinflussen. Die freie Interaktion mit Hunden fördert den sozialen Zusammenhalt der Klasse und verbessert die Aufmerksamkeit in Richtung der Lehrkraft. Lautes, auffälliges und aggressives Verhalten wird durch einen Hund in der Klasse extrem gedämpft. Studien belegen, dass Schüler und Schülerinnen mit einem Hund in der Klasse die Schule lieber besuchen. Bewiesen ist, dass Kinder, die etwas gerne tun, erfolgreicher sind. Zudem werden zurückhaltende, ruhige Schüler aus der Isolation gelockt und verhaltensauffällige Schüler waren weniger auffällig, da der Hund ihnen zudem Aufmerksamkeit und Zuwendung schenkt. Die Anwesenheit eines Schulhundes initiierte vermehrt positive Sozialkontakte.

 

Förderung der Wahrnehmung von Bedürfnissen und Einhaltung von Regeln

Kindern kann leicht vermittelt werden, dass der Hund nur auf eindeutige verbale Signale reagiert, was die Kinder zu einer deutlichen Aussprache motiviert, damit der Hund auf sie hört. Durch die Einbeziehung der Schüler in die Pflege und Versorgung des Hundes, entwickeln die Kinder zudem ein Verantwortungsgefühl, lernen die Körpersprache des Tieres und seine Bedürfnisse kennen. Um den Bedürfnissen des Hundes gerecht zu werden, müssen Regeln eingehalten und Dienste gewissenhaft ausgeführt werden. Die erworbenen Verhaltensregeln, die Akzeptanz und Sinnhaftigkeit von Regeln, lassen sich auch in den Alltag übertragen. Zudem wird die eigene Körperwahrnehmung durch Körpererfahrungen beim Spielen mit dem Hund erlangt.

 

Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenz

Die meisten Untersuchungen beschäftigen sich mit sozial-emotionalen Aspekten. Tiere stärken die Entwicklung von Empathie wie Mitgefühl und Mitleid. Die analoge Kommunikation zu Tieren und digitaler Kommunikation führt bei guter Abstimmung zu einem authentischen stimmigeren Verhalten der Menschen. Deshalb gelten Tiere auch nachweislich als soziale Katalysatoren und regen die emotionale und soziale Intelligenz der Kinder an. Der regelmäßige Umgang mit dem Hund und die Entwicklung einer stabilen Bindung fördert die soziale Bindung, die auch auf die Mensch-Mensch Ebene übertragbar ist.

 

Regeln für den Umgang mit dem Hund

Wenn Malou ihren Einsatz in deiner Klasse Schule antritt, werden folgende Regeln zum Schutz des Hundes und der Kinder gemeinsam erarbeitet:

  • An Tagen, an denen Malou in der Schule ist, hängt ein Schild an der Tür: MALOU IST DA!
  • Nichts auf dem Boden liegen lassen.
  • Mülleimer mit Essensresten stehen nicht für den Hund erreichbar.
  • Leise sein! Malou hört 15 x besser als wir.
  • Nach dem Anfassen des Hundes und auf jeden Fall vor dem Frühstück: Hände waschen!
  • Befehle wie „Sitz“, „Bleib“ etc. erteilt Herr Kratz-Maurer oder ein beauftragtes Kind.
  • Wenn Malou schläft, wird sie nicht gestört.
  • Alle Schulranzen müssen geschlossen sein.
  • Malou wird nur mit Genehmigung von Herrn Kratz-Maurer gefüttert.
  • In Malous Gegenwart wird nicht gerannt.
  • Malou wird mit Genehmigung von von Herrn Kratz-Maurer an den Stellen gestreichelt, wo er sie gerne mag.
  • Weitere Regeln werden im Laufe von Unterrichtsgesprächen erarbeitet.

 

Folgende Einsatzmöglichkeiten des Schulhundes sind für die Zukunft geplant:

  • Malou legt sich zu Kindern, denen es schwerfällt, sich auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren.
  • In Kleingruppen arbeitet sie mit Herrn Kratz-Maurer und einigen Kindern zum Beispiel an Lernwörtern oder Einmaleins-Aufgaben.
  • In Lesestunden lässt sie sich von Kindern vorlesen und bewertet dabei nicht das Können der Schülerinnen und Schüler.
  • Im Sachunterricht können die Kinder die Anatomie des Hundes untersuchen.
  • Im Mathematikunterricht vermessen die Kinder Malou.
  • In der Hunde-AG trainiert Malou mit den Kindern ihre Kommandos und macht sportliche Übungen. Die Kinder backen für ihn und beschäftigen sich so ganzheitlich und verantwortungsvoll mit ihr.
  • Vor dem Unterricht oder in der Pause gibt es Kuschelzeiten mit Malou.
  • Ein Hundedienst sorgt für das Aufhängen des Schildes, frisches Wasser und geht gemeinsam mit Herrn Kratz-Maurer eine Runde mit dem Hund, damit er sich entleeren kann.
  • Dabei wird der Hundekot gegebenenfalls in entsprechenden Beuteln aufgenommen und fachgerecht entsorgt.